Vom Fluglotsen zum Astronauten

REUTUNGEN-ROMMELSBACH. Angelina (12). Emely (11) und Michael (11) sind sich einig: die Friedrich-Förster-Gemeinschaftsschule (FFG) ist super. Dass die drei Sechstklässler ihre Bildungseinrichtung mögen. lässt sich weder überhören noch übersehen. Beim Rundgang durch die Räumlichkeiten sind die Kids, die heute als Presse-Guides unterwegs sind, bestens gelaunt - und voll des Lobes für ihre Lehrer und den etwas anderen Unterrichtsstil, der in Rommelsbach gepflegt wird.
Dass sie »keine richtigen Noten«, sondern Wissensstands-Prozente bekommen, dass sie über »Persönliche Lernzeit« (PeLe-Stunden) verfügen, sich unter der Regie von Pädagogen zunehmend selbstorganisieren dürfen und in aller Regel ohne Hausaufgaben heimgehen können - all das empfinden die Drei als großes Plus.
Später wird Rektorin Claudia Reiner sagen, dass das Trio mit dieser Bewertung absolut nicht alleine dasteht. Und dass sich die an der »Förster« eingeführten Strukturen und Methoden zwischenzeitlich bewährt, den Praxistest also mit Bravour bestanden haben.

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Der GEA hat uns an der Schule besucht und uns allen ein wenig über die Schultern geschaut.

Artikel vom Reutlinger General-Anzeiger

Stunde Null

Es ist 9.30 Uhr. Die journalistische Expedition ins Reich des längeren gemeinsamen Lernens startet im Büro von Rektorin Reiner. Kurz skizziert sie die Vorgeschichte, verrät, dass an der Werkreal- und Realschule im BZN - bei des sind Auslaufmodelle, die nur noch ihre letzten Absolventen auf die Schlussprüfungen vorbereiten - schon lange vor Inbetriebnahme der FFG auf eine neue Bildungszukunft hingearbeitet worden ist. Deshalb, so Claudia Reiner sinngemäß, war's für sie und das Kollegium auch kein Sprung ins kalte Wasser, als nach den Sommerferien 2016 die Stunde Null geschlagen hatte.

Vielmehr sei's ein erwartungsfreudiges Hineingleiten ins Lauwarme gewesen. Umso mehr, als Claudia Reiner den Gemeinschaftsschulgedanken von jeher überzeugend fand. Zwar sei sie »sehr, sehr gern« Realschulchefin gewesen. Insgeheim habe sie jedoch mit der Dreigliedrigkeit des baden·württembergisehen Schulsystems gehadert. Warum? "Weil es Kinder an die Schulstrukturen angepasst hat und nicht umgekehrt." Weil es in allen weiterführenden Bildungseinrichtungen für Über- und Unterforderungen sorgte. Und weil Mädchen und Jungen am Ende der vierten Klasse nach Defiziten und nicht nach Potenzialen eingeteilt wurden.

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